Im 2. Teil der Artikelserie „Die verschiedenen Terrarientypen soll es heute um das Tropen-Terrarium gehen. Das Tropen-Terrarium ist die wahrscheinlich bekannteste Form der Terrarien. Mit einem Tropen-Terrarium haben Sie die Möglichkeit sich ihren eigenen kleinen Regenwald samt Bewohner/n ins Wohnzimmer zu holen.

Ich behandle in diesem Beitrag das Klima, die Pflanzen, den Bodengrund, die Einrichtung und die benötigte Technik eines Tropen-Terrariums. Ich gehe auch darauf ein, welches Terrarium die richtige Wahl für Sie ist.

[Zum 1. Teil der Artikelserie „Die verschiedenen Terrarientypen]

Das Klima

Das Klima in einem Tropen-Terrarium ist geprägt durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, die i.d.R. zwischen 70-80% liegt. Die genaue Luftfeuchtigkeit ist allerdings immer abhängig von seinen Bewohnern.

Bei der Temperatur sieht es da nicht anders aus. Auch hier ist die genaue Temperatur immer abhängig vom jeweiligen Tier. Allgemein lässt sich aber sagen, dass die Temperatur zwischen 25-32°C liegt. Nachts wird die Temperatur in einem Tropen-Terrarium auf ca. 18-20°C abgesenkt.

Für das Wohlbefinden ihres Schützlings ist es unerlässlich, das Sie die genauen klimatischen Bedingungen seines Lebensraums kennen. Erkundigen Sie sich daher vorher genau, wie es ihr Tierchen am liebsten mag und sorgen Sie für dann für das passende Klima.

Die Pflanzen

Die Pflanzenvielfalt in einem Tropen-Terrarium ist beeindruckend. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die relativ konstante Temperatur können Sie zum Teil sehr exotische Pflanzen in ihrem Tropen-Terrarium ansiedeln. Pflanzen in einem Tropen-Terrarium sind dabei ein wichtiger Bestandteil, denn auch sie tragen maßgeblich zum richtigen Klima im Terrarium bei.

Aber nicht nur echte Terrarienpflanzen können für das Tropen-Terrarium genutzt werden. Es gibt mittlerweile zahlreiche künstliche Pflanzen, die Sie für ihr Terrarium verwenden können. Dabei haben gerade Kunstpflanzen einige Vorteile, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. In meinem Artikel „Wann sind künstliche Terrarienpflanzen die richtige Wahl?“ gehe ich auf die Vor- und Nachteile genauer ein.

Es gibt allerdings Terrarien-Bewohner, die praktisch jedes Blatt im Terrarium verspeisen. Dann müssen Sie leider auf Pflanzen verzichten oder sich für einen anderen Bewohner entscheiden.

Der Bodengrund

Auch der Bodengrund sollte passend zum Klima im Tropen-Terrarium gewählt werden. Abhängig von der Luftfeuchtigkeit des Tropen-Terrariums können Sie auf verschiedene Bodengrundvarianten* zurückgreifen.

Für Terrarien mit einer hohen Luftfeuchtigkeit bietet sich feuchte bzw. halbfeuchte Terrarium-Erde an. Manche Tierarten lieben aber auch Bodensubstrate wie Rindeneinstreu oder Kokossubstrat, welche speziell für Tropen-Terrarien erhältlich sind.

Für ein Tropen-Terrarium mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit eignet sich auch Moos. Moos hat die Eigenschaft, dass es wunderbar Wasser speichert und die Feuchtigkeit an seine Umgebung abgibt. Somit ist Moos eine natürliche Klimaanlage, die sich zudem noch wunderbar in ihr Terrarium einfügt.

Dekoration/Einrichtung

Außer Pflanzen und Bodengrund gehört natürlich auch die passende Dekoration/Einrichtung in ein Terrarium. Gerade bei Tropen-Terrarien haben sie einen unheimlich großen Gestaltungsspielraum.

Wie viel Einrichtung in ein Tropen-Terrarium gehört ist abhängig von dessen Größe. Packen Sie das Terrarium nicht zu voll. Gerade auf dem Boden lebende Tiere haben einen großen Bewegungsdrang. Achten Sie also darauf, dass Sie bei Bodenbewohnern nicht den kompletten Terrariumboden vollstellen mit Steinen, Rinde oder einer Wasserschale. Aber auch Tiere, die auf Bäumen leben, sollten genug Bewegungsfreiraum haben.

Das ist eigentlich die wichtigste Regel bei der Einrichtung ihres Terrariums, die Sie beachten sollten. Ansonsten können Sie sich nach Herzenslust austoben und zum Beispiel Äste, Rinden, Lianen, Wurzeln, Kork, Steine und natürlich eine Wasserschale in ihr Tropen-Terrarium stellen.

Der Wasserfall

Ein absolutes High-Light in ihrem Tropen-Terrarium ist mit Sicherheit ein Wasserfall. Je nach Größe und Aufbau ihres Terrariums ist die Umsetzung eines Wasserfalls gar nicht mal so schwer. Sie haben im Grunde zwei Möglichkeiten. Entweder Sie bauen ihren Wasserfall komplett selber oder Sie greifen auf fertige Lösungen zurück.

Wenn Sie ihren Wasserfall selber bauen wollen, dann kann ich Ihnen das Buch von Thomas Wilms „Terrarieneinrichtung: Grundlagen, Materialien, Methoden“* ans Herz legen. Wenn Sie mehr über den Titel erfahren möchten, dann können Sie auch nochmal in meinem Buchtipp nachlesen. Dort stelle ich das Buch noch etwas genauer vor.

Für alle, die lieber auf eine fertige Lösung zurückgreifen wollen, bieten sich fertige Systeme an. Jeder bekannte Terrarium-Hersteller hat hier seine eigene Lösung parat. Der Shop Reptilica.de hat von jedem renommierten Hersteller etwas im Angebot und bietet auf diesem Bereich eine große Auswahl an.

Das richtige Terrarium wählen

Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in einem Tropen-Terrarium kann nicht jedes Terrarium eingesetzt werden. Holz-Terrarien sind hier zum Beispiel eher ungeeignet, da Holz bei Nässe und einer hohen Luftfeuchtigkeit schnell anfängt zu schimmeln.

Die bessere Wahl ist ein Glas-Terrarium. In meinem Beitrag über Glas-Terrarien gehe ich noch näher darauf ein. Als Besonderheit sollten Sie bei einem Tropen-Terrarium darauf achten, dass es eine gute Luftzirkulation ermöglicht. So sollten zwei gegenüberliegende Luftöffnungen vorhanden sein.

Besser noch ist es, wenn das Terrarium im unteren Bereich und im oberen Bereich eine Luftöffnung hat. So entsteht ein sogenannter Kamineffekt, der optimal die überschüssige Feuchtigkeit  aus dem Terrarium trägt.

Wenn Sie nicht für eine gute Belüftung sorgen, dann kann es sehr schnell zu Staunässe kommen. Staunässe ist die Voraussetzung für Schimmelbildung. Schimmel kann dann auch in einem Glas-Terrarium entstehen, was ein hohes gesundheitliches Risiko für ihren Schützling darstellt. Versuchen Sie dem also vorzubeugen, indem Sie ein geeignet Terrarium auswählen.

Die Technik

Im Grunde benötigen Sie für ein Tropen-Terrarium etwas weniger Technik als für ein Wüsten-Terrarium. Was gehört also nun alles an Technik in ein Tropen-Terrarium?

  • Heizmatte
    Die Heizmatte bringt ihr Tropen-Terrarium auf die richtige Temperatur. Die Heizmatte wird in der Regel unter dem Terrarium angebracht. Wenn Sie allerdings einen feuchten oder halbfeuchten Boden im Terrarium benötigen, dann ist diese Variante eher ungeeignet. Als Alternative können Sie die Heizmatte auch hinter der Rückwand des Terrariums montieren. Es gibt fertige Rückwände, die einen solchen Einbau problemlos ermöglichen.
  • Messgeräte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit
    Zu den wichtigsten Messgeräten zählen wohl das Thermometer und das Hygrometer. Das Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Es gibt auch Ausführungen, die gleichzeitig die Temperatur und Luftfeuchtigkeit steuern können. Diese Geräte heißen dann Hygrostat bzw. Thermostat.
  • Ultraschallnebler
    Das Pendant zur Heizmatte ist der Ultraschallnebler. Er sorgt für die richtige Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Besonders bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit im Tropen-Terrarium ist ein solches Gerät zu empfehlen, das das Besprühen per Hand dann schnell lästig werden kann. Zudem besteht so nicht die Gefahr, dass Sie es einmal vergessen.
  • Beleuchtung (i.d.R. Leuchtstoffröhre)
    Zur Beleuchtung ist eigentlich im Grunde genommen nicht viel zu sagen. Sie ist meist in Form von Leuchtstoffröhren im Deckel des Terrariums angebracht. Bei den meisten fertigen Glas-Terrarien-Sets ist die Beleuchtung bereits integriert. In meiner Artikelserie über Terrarien-Beleuchtung gehe ich näher auf das Thema ein.
  • Wärmestrahler
    Durch Wärmestrahler kann die natürliche Sonneneinstrahlung von oben simuliert werden. Für gezielte Wärmespots eigenen sich hingegen sogenannte Spotstrahler. Es kann vorkommen, dass ihr Terrarien-Bewohner zu bestimmten Zeiten einen Wärmeschub benötigt. Das ist oftmals bei Reptilien der Fall, da diese Wechselwarm sind und nur durch externe Wärmezufuhr munter werden.
  • Beregnungsanlage
    Eine weitere Möglichkeit, um sich das tägliche Besprühen des Terrariums zu sparen, ist eine Beregnungsanlage.
  • evtl. Pumpe und Wasserfilter für einen Wasserfall
    Wer einen Wasserfall in seinem Terrarium haben möchte, der benötigt natürlich eine Pumpe und einen Wasserfilter. Fertige Wasserfall-Sets bringen die benötigte Technik natürlich mit. Wer sich seinen Wasserfall selber bauen will, der sollte die Stärke der Pumpe an der zu transportierenden Wassermenge ausrichten.

Für die Technik im Tropen-Terrarium gibt es fertige Sets, die den Einstieg in die Terraristik erleichtern. Fast jeder Hersteller hat hier seine eigenen Kombinationen. Im Grunde können Sie damit nicht viel falsch machen und sind für den Anfang auf der sicheren Seite.

Fazit

Um am Ende das Thema abzurunden, gibt es noch ein gutes Video zum Tropen-Terrarium. Der Online-Shop Reptilica.de* hat alle wichtigen Informationen in einem Video zusammengefasst und zeigt diese am Beispiel eines Chamäleon-Terrariums.

 

 

Ich finde das Tropen-Terrarium unheimlich faszinierend. Ich bin gerade selbst in der Planungsphase für ein Tropen-Terrarium. In Zukunft würde ich mir sehr gerne eine Gottesanbeterin halten. Da ist ein Tropen-Terrarium natürlich naheliegend. Aber auch viele Reptilien und Amphibien können in einem Tropen-Terrarium gehalten werden. Die Auswahl ist hier riesig.

Durch den großen Gestaltungsspielraum bei der Einrichtung eines Tropen-Terrariums können Sie das Terrarium zu einem Blickfang in ihrer Wohnung machen. Ein Stück Urwald im eigenen Wohnzimmer.

Sie sollten aber immer beachten, dass ihr Tier auch in das Klima eines Tropen-Terrariums passt. Ihr Pflegling würde sonst nicht sehr lange überleben. Wenn es also unbedingt ein Tropen-Terrarium sein muss, dann achten Sie bei der Wahl ihres neuen Mitbewohner darauf, dass er sich darin auch wohl fühlt. Dann haben Sie nämlich die meiste Freude an ihrem Tier.

Im nächsten Teil meiner Artikelserie „Die verschiedenen Terrarientypen“ geht es mit dem Wüsten-Terrarium weiter.