Eidechsen sind spannende und interessante Tiere, von denen wir meist ein genaues Bild im Kopf haben. Allerdings ist dieses Bild nicht immer ganz richtig. Es ist entweder zu weitläufig oder zu eng gefasst. Das liegt vor allem daran, dass sich für den Begriff Eidechse ein festes Bild etabliert hat. Das Wort „Eidechse“ existiert so in der Wissenschaft zum Beispiel gar nicht.

In meinem Portrait über Eidechsen möchte ich daher der Frage auf den Grund gehen, was Eidechsen eigentlich sind und welche Arten es gibt. Darüber hinaus zeige ich, welche Eidechsen in der Terraristik besonders beliebt sind. Oftmals werden einige Echsen als Eidechsen bezeichnet, die eigentlich gar keine Eidechsen sind. Auf diese Arten gehe ich im Artikel ebenfalls kurz ein.

Was sind eigentlich Eidechsen?

Das Wort Eidechse ist im Volksmund ein weitläufiger Begriff. Nimmt man es allerdings ganz genau, dann sind eher Echsen oder „Echte Eidechsen“ gemeint. Die echten Eidechsen sind wiederum eine Unterordnung der Echsen. Aber fangen wir am besten ganz vorne an. Um keine allzu große Verwirrung zu stiften, verwende ich vorerst stellvertretend den Begriff Eidechse.

Eidechsen gehören der Klasse der Reptilien an. Diese Klasse muss man sich wie einen umgekehrten Baum vorstellen. Die Klasse der Reptilien ist die Wurzel dieses Baums, von dem aus die Äste (Ordnungen, Teilordnungen und Familien) nach unten hin immer dünner werden. Zu den Reptilien zählen die Ordnungen der Schildkröten, Krokodile, Brückenechsen und Schuppenkriechtiere. Eidechsen werden in die Ordnung der Schuppenkriechtiere eingeordnet.

Jetzt kommen wir den Eidechsen schon langsam näher. Die Schuppenkriechtiere werden landläufig auch als Echsen bezeichnet. Die Schuppenkriechtiere (Echsen) haben wiederum Teilordnungen. Dazu zählen die leguanartigen, die geckoartigen, die skinkartigen und die schleichenartigen Echsen. Die Eidechsen bzw. echten Eidechsen ordnen sich bei den skinkartigen Echsen ein.

So, jetzt haben wir es geschafft und die Eidechsen identifiziert. Was nehmen wir also mit?

  • Eidechsen heißen eigentliche „Echte Eidechsen“
  • Eidechsen sind skinkartige Echsen
  • Eidechsen sind Echsen
  • Echsen sind Schuppenkriechtiere

Besondere Merkmale bei den „Echten Eidechsen“ ist das kleine und schlanke Wesen der Tiere. Auffällig ist dabei der verhältnismäßig lange Schwanz, der abgeworfen werden kann. Anders als bei vielen anderen Echsen fehlt allerdings ein Kehlsack, Rückenkamm oder Haftzehen.

Eidechsen für die Haltung im Terrarium

Die „Echten Eidechsen“ werden eigentlich selten in Terrarien gehalten. Andere Eidechsen/Echsen scheinen da etwas beliebter zu sein. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Echsen, die im Terrarium gehalten werden können. Im folgenden stelle ich die beliebtesten Arten kurz vor.

  • Sehr beliebte Echsen zur Haltung im Terrarium sind die Agamen, um genauer zu sein die Bartagamen (Pogona) und die Wasseragamen (Physignathus).
    Bartagamen sind ausschließlich in Australien beheimatet. Besonders auffällig ist der ausgeprägte Kehllappen (Bart), den die Tiere aufblähen können.
    Wasseragamen sind von Australien bis Südostasien zu finden. Wasseragamen sind sehr beliebte Tiere fürs Paludarium, da sie in der freien Natur hauptsächlich an Gewässern anzutreffen sind.
  • Ebenfalls sehr verbreitet in der Terraristik sind Chamäleons (Chamaeleonidae). Bekannt sind Chamäleons für das Wechseln ihrer Farbe. Außerdem können sie ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. Chamäleons sind über ganz Afrika und Madagaskar verbreitet. Darüber hinaus leben die Tiere in manchen Teilen des Mittelmeerraums, der arabischen Halbinsel, im westlichen Teil Indiens und auf Sri-Lanka.
  • Auch die bekannten Leguane (Iguanidae) haben Einzug in die heimischen Terrarien gehalten. Die Tiere werden zwischen 14cm bis zu 2m groß. Daher eignet sich nicht jede Art für die Haltung zu Hause. Die meisten Arten findet man in der Karibik, den Galapagos-Inseln und Mittelamerika.
  • Die witzigen und flinken Geckos (Gekkonidae) haben schon lange einen Platz im Herzen von zahlreichen Terrarianern gefunden. Geckos sind rund um den Globus anzutreffen. Die meisten Geckoarten leben allerdings in tropischen Regenwäldern. Etwa 75% der Geckos sind nachtaktive Arten. Bei der Terrarium-Haltung sind die restlichen 25%, nämlich die tagaktiven Arten, beliebter.
  • Wird von Eidechsen im Terrarium gesprochen, dann ist oftmals von Skinken (Scincidae) die Rede. Die meisten Skinkarten stammen aus den tropischen Regionen Südostasiens. Diese Eidechsen leben sowohl auf dem Boden als auch auf Bäumen. Einige Skinke können, wie die „Echten Eidechsen“ auch, ihren Schwanz bei einer Bedrohung abwerfen.
  • Die letzte große Gruppe der beliebtesten Echsen sind die Schlangen. Sie gehören zu den schleichenartigen Echsen. Eine zahlreiche Artenvielfalt hat in den heimischen Terrarien ihr zu Hause gefunden. Bevorzugt gehalten werden Würgeschlangen wie zum Beispiel Boas, Pythons und Nattern.

Wie Sie sehen, gibt es eine Vielzahl an Eidechsen bzw. Echsen, die Sie im Terrarium halten können. Es kommt eigentlich nur auf ihr Interesse und ihre Vorliebe zu einem bestimmten Tier an.

Fazit

Eidechsen bzw. Echsen gehören nicht umsonst zu den beliebtesten Terrarium-Tieren. Durch die exotische Herkunft und ihr interessantes Verhalten, wird es mit diesen Tieren so schnell nicht langweilig. Besonders interessant finde ich die Agamen, Geckos und Chamäleons.

Neben Eidechsen gibt es aber auch noch andere interessante Tiere wie zum Beispiel Schildkröten, Amphibien und Insekten (Wirbellose). Die Auswahl ist riesig und eine Entscheidung unter Umständen gar nicht so einfach. In meinem großen Terraristik-Leitfaden finden Sie weitere Portraits über die verschiedenen Terrarium-Tieren, in dem auch zahlreiche Echsen vertreten sind. Einen weiterführenden Artikel über Echsen finden Sie auf Wikipedia.