Tierschützer, u.a. die Organisation PETA, prangern immer wieder die Haltung von exotischen Tieren an. Es werden dabei u.a. die nicht artgerechten Haltungsbedingungen, der illegale Tierhandel und „tierunwürdige“ Verkäufe auf Börsen angführt.

Ich möchte mich heute mit diesem Thema auseinander setzen und meine Überlegungen dazu zum Besten geben.

Wir freuen uns natürlich, wenn wir damit eine rege Diskussion über das Thema anstoßen können. Ihre Meinung interessiert uns sehr.

Die Terraristik immer wieder in der Kritik

Immer wieder unser Hobby mit negativer Presse zu kämpfen. Es ist fast wie Weihnachten… alle Jahre wieder könnte man meinen.

Der Beitrag „Ausgesetzt“ auf www.mikes-hobby-blog.de vom 23.11.2013 hat mich zum nachdenken angeregt. Mike hat darüber berichtet, wie wieder mal ein Terrarium-Tier ausgesetzt wurde. So etwas sorgt natürlich für etwas Trubel und, wie hat Mike so schön gesagt: „…baut einer Mist stehen alle im Rampenlicht.“.

Wie wird unser Hobby eigentlich von anderen Personen und der Gesellschaft gesehen? So lange nichts passiert und kein Skandal aufgedeckt wird, werden wir ja eigentlich in Ruhe gelassen.

Zum Glück sind wir im privaten Umfeld bisher davon verschohnt geblieben. Wie sieht es bei Ihnen aus? Wer hat schon mal negative Erfahrungen gemacht? Über Ihre Erfahrungsaustausch und einem kurzen Statement in den Kommentaren freuen wir uns sehr.

Haltung im Terrarium ist niemals artgerecht!

Immer wieder sprechen wir in unserem Blog von artgerechter Tierhaltung, und dass man darauf höchste Priorität legen sollte. Aber gibt es überhaupt eine artgerechte Tierhaltung?

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, leben Terrarium-Tiere nur in ihrer natürlichen Lebensumgebung wirklich artgerecht. Wir können in der Terraristik nur versuchen, den natürlichen Lebensraum so gut wie möglich nachzubilden.

Im Grunde ist das aber bei allen Haustieren der Fall, und nicht nur in der Terraristik. Wenn wir es genau nehmen, dürften wir gar keine Haustiere halten.

Ein Kaninchen wird beispielsweise in seinem Käfig niemals so leben können, wie in der freien Wildbahn. Gut,  Zuchttiere werden in der Wildnis sowieso nicht überleben – aber dem natürlichen Verhalten der Tiere entspricht es trotzdem nicht.

Ein sehr guter Vergleich ist auch die Haltung von Vögeln. Die freiheitsliebenden Tiere werden in relativ kleinen Käfigen gehalten und bekommen niemals die Bewegung, wie es in der freien Natur der Fall wäre. Auch wenn die Vogelkäfige noch so groß sind, man wird auf diese Weise niemals artgerechte Haltungsbedingungen herstellen können.

Aber warum halten wir dann überhaupt Tiere zu Hause?

Die Frage finde ich sehr interessant. Denn gehen wir mal ganz tief in uns, dann wissen wir doch alle, dass Tiere nur in Freiheit wirklich glücklich sein können.

Ich sehe zwei Gründe, warum wir Tiere halten:

  1. Tiere als Nutztiere
  2. Aufgrund der Faszination

Tiere werden schon seit Jahrtausenden als Nutztiere gehalten. Das beste Beispiel sind Hunde, Ochsen und Pferde. Die Tiere können einfach Dinge vollrichten, die dem Menschen im täglichen Leben unterstützen. Sei es der Ochse, der den Acker bestellt, der Wachhund oder das Zugpferd für die Kutsche.

In die zweite Kategorie fallen wohl die Terrarium-Tiere. Es ist einfach die Faszination, die uns dazu bewegt exotische Tiere zu halten. Sei es das außergewöhnliche Aussehen oder die Sehnsucht nach der Fremde. Jeder hat irgendwie einen Antrieb, weshalb er ein exotisches Tier zu Hause hält.

Illegaler Tierhandel wird durch die Terraristik gefördert

Sehr oft wird der illegaler Tierhandel mit der Terraristik in Verbindung gebracht. Und von Zeit zu Zeit bestätigen sich die bösen Vermutungen auch. Ein gutes Beispiel ist eine Pressemeldung von PETA aus dem Jahr 2012.

Wer Wildtiere zu sich nach Hause holt, kann gleich dem Artenschutz ein Messer in die Brust rammen. Durch Wildkäufe werden dem illegalen Tierfang alle Türen geöffnet. Jeder der keine Nachzuchten kauft und auf Haltungsnachweise keinen Wert legt, trägt ein Stück zur Ausrottung der wundervollen Tiere bei. Darauf läuft es am Ende nämlich raus.

Anders sehe ich das bei Nachzuchten speziell für die Terraristik. Die Tiere könnten so oder so nicht in freier Wildbahn überleben und schützen, im Gegensatz zum Kauf von Wildfängen, den Artenbestand.

Wenn also ein Terrarium-Tier, dann immer nur aus belegbarer Nachzucht!

Terraristik-Börsen sind reine Tierquälerei!

Ein guter Nährboden für Tierschützer sind auch die bekannten Terraristik-Börsen. Ein gutes Beispiel ist die Terraristika in Hamm.

Auch die weltgrößte Börse für Terrarientiere ist von der Tierschutzorganisation PETA ins Licht der Öffentlichkeit gebracht worden. Hier hatte man den Verstoß der selbstauferlegten Regeln angeprangert.

Wenn man mal recht überlegt, ist so ein Terraristik Börse für die dort ausgestellten Tiere eine echte Qual. Mir ist das eigentlich nie so richtig bewusst geworden.

Ich habe erst so richtig darüber nachgedacht, als ich den kurzen Beitrag von PETA gelesen hatte. Das ganze Menschengerangel und die enorme Lautstärke, ist purer Stress für die Tiere. Entsetzlich ist auch der Gedanke, dass die Tiere wie reine Ware ausgestellt werden. Mit artgerechter Haltung hat das schon lange nichts mehr zu tun.

Ich habe Terraristik Börsen noch nie aus diesem Blickwinkel betrachtet. Hmm… Schande über mich. Aber damit habe ich einen weiteren Minuspunkt für Terraristik Börsen gefunden.

Fazit

So sollte man Landschildkröten nicht halten!

Richard Mayer, GNU FDL

Es gibt eine Menge guter Gründe, warum man die Haltung von exotischen Tieren verachten könnte. Wer allerdings seine Bemühungen in eine möglichst artgerechte Haltung legt und nur Tiere aus kontrollierter Nachzucht kauft, den sollten die oben genannten Punkte nicht so sehr bedrücken. Wie auf dem Bild sollte es also nicht aussehen!

Ich denke, dass die Terraristik trotz allem ein wunderbares Hobby ist. Wie in allen Bereichen gibt es auch hier dubiose Machenschaften und Geschäfte, die man einfach nicht unterstützen darf (Bsp. Wildfänge).

Außerdem lernen wir unheimlich viel über die Tiere, was uns hilft, diese wunderbaren Tiere auch in ihrer natürlichen Lebensumgebung zu verstehen und zu schützen.

Also dann… das war das Wort zum Donnerstag. 😉

Bildquelle: Richard Mayer | Wikimedia (GNU-Lizenz)