Die Terrarium-Einrichtung ist ein wichtiger Bestandteil für das Herstellen einer natürlichen Lebensumgebung ihres Schützlings. Einsteiger wissen aber häufig nicht, was ins Terrarium darf und was lieber draußen bleiben sollte.

In unserem Beitrag geben wir Ihnen daher jeweils 5 Ideen für das Regenwald- und Wüstenterrarium mit auf den Weg, die Ihre Entscheidung über eine passende Terrarium-Einrichtung erleichtern sollen.

Außerdem schauen wir uns an, wie Sie dabei auf die Bedürfnisse des Tiers achten und selbst neue Ideen finden.

Auf die Bedürfnisse des Tieres kommt es an!

Bromelien sind eine wundervolle Terrarium-Einrichtung für Regenwaldterrarien

Quelle: scott.zona, CC BY-NC 2.0 (Zum Original auf Flickr)

Viele Terrariumbesitzer haben oftmals ein festes Bild im Kopf, wie das Terrarium aussehen soll. Ob die Terrarium-Einrichtung dabei artgerecht ist oder nicht, vergessen manche dabei aber manchmal. Im Grunde kann man 2 Gruppen an Terrarianern unterscheiden.

Die 1. Gruppe möchte die Terrarium-Einrichtung möglichst naturgetreu gestalten. Das Terrarium soll ähnlich dem natürlichen Lebensraum der Tiere eingerichtet sein. Wenn Sie diesen Ansatz verfolgen, kommen Sie einer artgerechten Haltung schon sehr nahe.

Dann wäre da noch die 2. Gruppe zu nennen, die das Terrarium „künstlich“ herrichtet. Es kommt den Terrarianern vor allem auf ein tolles Aussehen des Terrariums an, wozu die Terrarium-Einrichtung einen Großteil des Effekts beiträgt. Leider ist dieses Prinzip oftmals nur sehr schwer mit einer artgerechten Haltung zu vereinbaren.

Ich persönlich zähle mich zur ersten Fraktion. Ich sehe es als Pflicht an, dem Tier ein möglichst natürliches Leben im Terrarium zu ermöglichen. Meine individuellen Wünsche sind dabei zweitrangig und stehen immer hinter dem Wohl des Tieres.

Ein klassisches Beispiel, welches man auch immer wieder in Foren zu lesen bekommt, ist die Frage nach einem Nebler oder Wasserfall im Chamäleon-Terrarium. Natürlich sieht ein Bachlauf oder Wasserfall ganz toll aus. Allerdings braucht ein Chamäleon all diese Dinge nicht. Es gefährdet viel mehr die Gesundheit des Tieres, da sich schnell Keime und Bakterien in den Schläuchen der Technik ansammeln. Somit sollte man zu der Schlussfolgerung kommen: „… mit dem Wasserfall wirds wohl nichts… is halt so!“

So finden Sie tolle Ideen für Ihre Terrarium-Einrichtung

Durch die Gos und No-Gos kennen wir den Rahmen, in dem wir uns mit unserer Terrarium-Einrichtung austoben können.

Wenn ich an die Einrichtung eines Terrariums herangehe, stelle ich mir immer den Lebensraum vor, aus dem das Tier ursprünglich stammt. Habe ich gar keine Ahnung wie diese Umgebung aussieht, gehe ich gerne auf Entdeckungstour bei der Google-Bildersuche.

Zur Demonstration muss jetzt die Zwergbartagame herhalten. Schauen wir uns doch mal an, was wir spontan über den Lebensraum von Zwergbartagamen zusammenkriegen:

  • Die kleinen Reptilien kommen aus dem Nordosten Australiens, um genauer zu sein aus Queensland.
  • Die Tiere leben dort vorwiegend in einer steppenähnlichen Umgebung.
  • Bekannt ist die Region für ihre Schwarzerdeböden (Black soil plains).

Damit haben wir schon eine Menge Infos, die in entsprechender Literatur über die jeweilige Tierart zu finden sein sollte. Ich würde in die Google-Bildersuche also beispielsweise „black soil plains queensland“ oder auch „steppe queensland australia“ eingeben. Man bekommt durch die Bilder eine ganze Menge Ideen. Achten Sie aber darauf, dass das Bild wirklich zum Suchbegriff passt. Das ist nämlich nicht immer der Fall.

Wissen wir, was wir benötigen, kann es an die Materialsuche gehen. Alles was es irgendwie kostenlos in der Natur gibt, hole ich von dort. Das können zum Beispiel unterschiedlich dicke Äste sein, tolle Steine oder auch Moos und Gestrüpp. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass es zur geplanten Landschaft des Terrariums passt.

Kostenlose Terrarium-Einrichtung bekommt Sie oftmals auch im Steinbruch oder der Kiesgrube. Fragen Sie einfach nach, was die netten Herren/Damen für Ihre Fundstücke haben wollen. Wenn Sie erzählen, dass Sie die Sachen fürs Terrarium brauchen, gibt es die Steine und den Kies/Sand in der Regel kostenlos.

Was aber ganz wichtig ist, wenn Sie Material aus der Natur holen, ist das anschließende Reinigen und Sterilisieren. Dafür dürfen Sie niemals irgendwelche Reiniger oder Chemie verwenden! Es reicht völlig aus, wenn Sie die Fundstücke abkochen und ordentlich schrubben. Dadurch werden die Keime und Bakterien abgetötet.

Erst wenn ich das gewünschte Material nicht gefunden habe, mache ich mich in Shops und Zoohandlungen auf die Suche nach passender Terrarium-Einrichtung. Auch der Baumarkt ist immer wieder eine gute Anlaufstelle. Pflanzen beschaffen Sie sich im Idealfall aus der Gärtnerei. Das hat den Vorteil, dass Sie nachfragen können, ob die Pflanzen chemisch behandelt wurden. Das sollte nämlich nicht der Fall sein! Sollten Sie nicht fündig werden, können Sie sich auch Samen besorgen (z.B. von Ebay) und die Pflanzen selbst großziehen.

5 Ideen für ein Regenwaldterrarium

1. Echte Pflanzen verwenden

Im Regenwaldterrarium sehen echte Pflanzen als Terrarium-Einrichtung nicht nur besser aus, sie tragen auch zur natürlichen Klimaregulierung bei. Viele der Tropenpflanzen finden Sie auch in größeren Gärtnereien.

Sehr schön finde auch rankende Pflanzen, die an den Seitenwänden und der Terrarium-Rückwand angebracht sind. Die Pflege ist zwar etwas mehr Arbeit, dafür bilden sie einen zusätzlichen Sichtschutz. Wenn Sie die Ranken gezielt über einzelne Äste wachsen lassen, erhalten Sie einen wundervollen Effekt.

Suchen Sie möglichst nach Pflanzen, die auch im Heimatland ihres Tieres wachsen. So kommen Sie dem natürlichen Lebensraum sehr nahe.

Aber Achtung! Verwenden Sie nur Pflanzen, die nicht giftig sind!

Eine tolle Ideenquelle ist der Beitrag auf www.djuga.net. Eine große Liste mit Pflanzen fürs Regenwaldterrarium gibt es auf www.heimbiotop.de.

2. Die Rückwand als Sichtschutz und Klettermöglichkeit

Wie Sie die Terrarium-Rückwand für Ihr Regenwaldterrarium gestalten, hängt vor allem von ihrem Schützling ab. So kann man die verschiedenen Terrarium-Rückwände grundsätzlich in zwei Gruppen unterscheiden, Rückwände für Tiere mit Krallen und Rückwände für Tiere mit Haftlamellen (z.B. Geckos).

Für Tiere mit Krallen sind zum Beispiel Baumrinden, Kokos- oder Xaxim-Platten sehr gut geeignet. Auch Korkplatten* sehen sehr gut aus. Allerdings sollten die Platten mindestens eine Stärke von etwa 1cm-1,2cm haben, da sich sonst leicht Blasen und Wellen bilden können.

Für Terrarium-Tiere mit Haftlamellen sollten Sie eine glatte Oberfläche verwenden. Eine Rückwand aus Bambus ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Einzelne Bambusrohre* sind für solche Tiere zudem als zusätzliche Klettermöglichkeit sehr sinnvoll.

3. Wurzeln

Gerade für Bodenbewohner sind Wurzeln eine schöne Möglichkeit zum Verstecken. Aber auch so macht sich eine große Wurzel im hinteren Teil des Terraiums immer sehr gut.

Wurzeln hole ich niemals aus dem Wald. Ich suche mir immer passende Stücke im Fachhandel oder bei Amazon raus. Hier findet man auch die unterschiedlichsten Formen und Farben. Wenn Sie Ihre Wurzel online bestellen*, sollte Sie damit rechnen, dass das zugesendete Stück etwas von der Abbildung abweichen kann. Worauf Sie aber auf jeden Fall bestehen sollten, ist die beschriebene Mindestgröße. Natürlich ist auch hier etwas Kulanz ok, aber mehr als 10-15% würde ich nicht durchgehen lassen.

Vor dem Einsetzen wird die Wurzel natürlich noch ordentlich abgekocht und geschrubbt. Ich finde, dass eine schöne Wurzel als Terrarium-Einrichtung immer ein Hingucker ist.

4. Lianen

Wer könnte sich einen Dschungel ohne Lianen vorstellen? Lianen gibt es als fertige Terrarium-Einrichtung auch zu kaufen*.

Wer lieber nach dem Do-It-Yourself Prinzip vorgehen möchte, der kann auch Seile und kleinere Taue aus dem Baumarkt holen. Die guten Stücke lassen Sie einfach von Pflanzen überwuchern, und fertig ist Ihre Do-It-Yourself Liane.

5. Viele viele Hölzer in unterschiedlichen Größen

Äste, Stöcke, Hölzer und Rinden suche ich mir immer im Wald zusammen. Achten Sie bei Ihrer Suche darauf, dass die die Hölzer nicht schon anfangen vor sich hin zu modern.

Zudem sollten die Äste an die Größe ihres Tieres angepasst sein. Für Dendrobaten sind größere Stöcke zum Beispiel sinnvoll, da die kleinen Frösche so viel besser darauf rumhüpfen können.

5 Ideen für ein Wüstenterrarium

1. Viel mit Steinen arbeiten

Steine und Steinaufbauten sind in den meisten Wüstenterrarien ein essentieller Bestandteil der Terrarium-Einrichtung.

Sie können richtige Felslandschaften nachbauen, vorausgesetzt Ihr Bewohner lebt in einer solchen Umgebung. Wenn Sie mit echten Steinen arbeiten, ist ein fester Stand besonders wichtig. Gerade bei größeren Steinen sollte das Fundament auf dem Grund des Terrariums liegen, um so ein Untergraben durch das Tier zu verhindern. Mehrere Steine lassen sich sehr gut mit Silikon verkleben, um so die Einsturzgefahr zu verringern.

Wer auf Nummer sichere gehen will, der kann auch wundervolle Steinbauten aus Styropor nachbauen. Der Vorteil: Styropor ist leicht und kann das Tier nicht verletzen. Zudem können so Bauten geformt werden, die man mit normalen Steinen nicht so leicht hinbekommt.

2. Pflanzen gibt es auch fürs Wüstenterrarium.

Auch im trockenen Wüstenterrarium hat man die Möglichkeit, echte Pflanzen als Terrarium-Einrichtung zu verwenden. Sollte der Bewohner allerdings die Pflanzen anknabbern, können Sie auch künstliche Terrariumpflanzen verwenden. Für so gut wie jedes Original gibt es mittlerweile ein Kunstimitat*.

Eine gute Seite für die Ideenrecherche ist auch hier www.heimbiotop.de.

3. Rückwand selber bauen mit Klettermöglichkeiten

Gerade in einem Wüstenterrarium bietet es sich an, die Terrarium Rückwand selber zu bauen. Für alle Einsteiger auf dem Gebiet empfehle ich unseren Beitrag „Terrarium Rückwand selber bauen: 10 Bauanleitung und Netzfunde„.

Eine selbstgebaute Terrarium-Rückwand verleiht der Terrarium-Einrichtung den letzten Schliff. Außerdem können Sie so Landschaften nachbilden, wie Sie es mit fertigen Rückwänden wahrscheinlich niemals schaffen würden.

4. Verstecke mit Höhlen, Korkhöhlen oder Felsaufbauten

Ein Versteck können Sie mit den unterschiedlichsten Elementen bauen. Die Klassiker sind natürlich Felsaufbauten und Höhlen. Aber auch Röhren aus Kork oder Rinde* machen sich in einem Wüstenterrarium gut.

Achten Sie aber immer darauf, dass nichts einstürzen kann und Ihren Schützling lebendig begraben werden.

5. Trockene Büsche

Sehr toll finde ich auch einen trockenen Busch in der Ecke des Terrariums. Der Busch kann ruhig etwas größer sein, damit sich der Bewohner dahinter oder darin verstecken kann.

Am besten geeignet ist dafür trockenes Gestrüpp aus der Natur. Halten Sie bei Ihrer Sammeltour einfach die Augen offen. Mit Sicherheit lässt sich etwas passendes finden. Zur Not können Sie die Äste immer noch zu Hause trocknen lassen.

Unser Fazit zur Terrarium-Einrichtung

Ist gibt eine Vielzahl an Elementen für eine tolle Terrarium-Einrichtung. Die meisten Sachen können Sie problemlos in der freien Natur finden.

Wichtig ist dabei allerdings immer, dass die Terrarium-Einrichtung dem natürlichem Lebensraum der Tiere möglichst nahe kommt. Ich rate grundsätzlich von zu viel Kunstmist  ab. Es gibt aber auch Dinge, die ich lieber im Shop hole, wie zum Beispiel eine schöne Wurzel. Erstens findet man getrocknete Wurzeln in der Natur so gut wie gar nicht und zweitens kann ich mir die Größe und Farbe so aussuchen, wie ich es brauche.

Mit unseren 10 Tipps konnten wir hoffentlich ein paar Anregungen und Vorgehensweisen mit Ihnen teilen. Wenn Sie bei unseren Tipps Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, kommen Sie bestimmt auf ein paar wundervolle Ideen für Ihre Terrarium-Einrichtung.

Was sind Ihre Tipps für eine artgerechte Terrarium-Einrichtung? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

Bildquellen:

  • Bromelie: Wikimedia (Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)