Wer ein Paludarium/Aquaterrarium für einen Flussbewohner aufbaut, der steht irgendwann vor einer kniffligen Frage:

Wie kann ich die Strömungen eines Flusses im „kleinen“ Aquaterrarium nachbilden?

Für diese Aufgabe sind Strömungspumpen aus der Meerwasser-Aquaristik bestens geeignet. Im folgenden Beitrag gehen wir näher auf die Frage ein, wann eine Strömungspumpe sinnvoll ist und welche Typen ist es gibt. Am Ende gibt es noch unsere Empfehlung zu geeigneten Modellen, die Sie auch im Süßwasserbereich einsetzen können.

Wann ist eine Strömungspumpe sinnvoll?

Strömungspumpen sollten nicht Bedingungslos im Paludarium und Aquaterrarium eingesetzt werden. Nur wenn der Mitbewohner an einem fließendem Gewässer lebt, sollte man über eine Strömungspumpe nachdenken.

Dabei kommt es darauf an, wie stark die Strömung sein soll. Wenn Sie beispielsweise einen Innenfilter haben, der eine leichte Strömung erzeugt, kann das oftmals schon genug sein.

Wer allerdings mehr Leistung benötigt, sollte auf eine Strömungspumpe zurückgreifen. Auch wenn Sie einen Außenfilter nutzen, bei dem das Wasser nur ins Becken zurückrieselt, lohnt sich der Einsatz einer zusätzlichen Pumpe.

Eine geringe Strömung sollten Sie eigentlich immer im Becken haben, außer Sie stellen einen kleinen Tümpel nach. Durch eine leichte Strömung werden Nährstoffe durchs Wasser getragen, wodurch die Pflanzen besser wachsen und weniger faule Stellen im Wasser entstehen.

Auf eine zusätzliche Strömungspumpe sollten Sie verzichten, wenn Sie einen sehr stressempfindlichen Bewohner haben. Die Strömungspumpe erzeugt eine zusätzliche Geräuschkulisse, was eine weitere Belastung für das Tier darstellt.

Das sollten Sie bei den verschiedenen Typen beachten

Strömungspumpen können grundsätzlich in zwei verschiedenen Gruppen aufgeteilt werden, die regelbaren und die nicht regelbaren Pumpen.

Bei nicht regelbaren Strömungspumpen können Sie die Strömung nur über die Pumpenleistung selbst sowie die Ein- und Ausgangsöffnungen regeln. Dafür sind die Pumpen auch relativ preiswert. Solche Pumpen machen Sinn, wenn Sie die benötigte Leistung genau kennen.

Regelbare Strömungspumpen können hingegen genau eingestellt werden. Das ist vor allem für Einsteiger sehr zu empfehlen, da die Leistungsabgabe so viel leichter auf das Becken und die Bedürfnisse des Tieres abgestimmt werden kann. Die Geräte sind zwar etwas teurer, dafür können Sie aber sehr viel leichter Feinjustierungen vornehmen und verschiedene Strömungsintervalle nutzen. Zudem kommen Sie so dem natürlichen Lebensraum wesentlich näher.

Achten Sie beim Kauf der Strömungspumpe darauf, dass die Ausgangsöffnung etwas breiter ist. Dadurch erzeugen Sie eine gleichbleibende Strömung im Becken. Manche Modelle haben auch Aufsätze, mit denen Sie den Strömungsaustritt noch besser kontrollieren können.

Ein wesentliches Auswahlkriterium, das häufig vernachlässigt wird, ist der Stromverbrauch. Hochwertigere Modelle haben hier klar die Nase vorn.

Kleiner Tipp zur Anbringung im Becken

Es gibt leider kein Patentrezept, wie Sie die Strömungspumpe im Aquaterrarium/Paludarium anbringen sollten. Es kommt immer auf die Leistung, die Beckengröße und Einrichtung des Wasserteils an.

Sie sollten aber auf jeden Fall darauf achten, dass Sie die Strömung nicht direkt auf Pflanzen oder die Beckenscheibe richten. Ansonsten setzen sich an dieser Stellen sehr schnell Algen fest.

Zuverlässige Strömungspumpen

Da solche Strömungspumpen häufig in Meerwasseraquarien eingesetzt werden und die meisten Modelle aus diesem Bereich stammen, sollten Sie auf die Süßwassertauglichkeit achten.

Von folgenden Herstellern gibt es geeignete Strömungspumpen für Süßwasserbecken:

Hersteller Modell Beckengröße Energieverbrauch Link zur Strömungspumpe
Tunze Nanostream 6015 40 – 200 l 3,5 W Details ansehen!*
Hydor Evolution 2800/4000/5200 Bis 330/450/600 l 4/4,5/5,5 W Details ansehen!*
Hydor Koralia nano 900/1600 Bis 100/180 l Je 4,5 W Details ansehen!*

Fazit

Strömungspumpen müssen nicht zwingend in jedes Paludarium/Aquaterrarium. Wer ein wenig Zirkulation im Wasser braucht, dem reicht meistens schon der Wasseraustritt des Filters.

Gerade Bewohner, die an Fluss- oder Bachläufen leben, brauchen häufig etwas mehr Bewegung im Wasser. Wenn die Leistung des Filters nicht mehr ausreicht, kann eine zusätzliche Strömungspumpe diese Aufgabe übernehmen.

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