Das exotische Chamäleon ist ein faszinierendes Terrarium-Tier und bekannt für seinen wechselnden Farben. Bei einem solch spannenden Tier liegt der Gedanke natürlich nahe, dass man selbst ein Chamäleon im heimischen Terrarium hält.

Daher stelle ich heute das Chamäleon und einigen Arten vor. Sie lernen dabei die Eigenschaften und Fähigkeiten von Chamäleons kennen. Ebenfalls zeige ich Ihnen die Verbreitungsgebiete auf der Welt und wie der Lebensraum dort beschaffen ist. Am Ende des Artikels gehe ich noch auf die Verhaltensweisen eines Chamäleons ein und kläre die Frage, ob ein Chamäleon ausschließlich allein gehalten werden kann.

Allgemeines zum Chamäleon

Grünes Pantherchamäleon mit weißem Seitenstreifen

Quelle: Marion Posch, CC BY-SA 2.0

Das Chamäleon (Chamaeleonidae) gehört der Klasse der Reptilien und der Ordnung der Schuppenkriechtiere an. Es gibt zwei Unterfamilien bei den Chamäleons, die „Echten Chamäleons“ und die Stummelschwanzchamäleons. Alle Chamäleon-Arten teilen sich auf diese beiden Unterfamilien auf. Auf die verschiedenen Arten komme ich später noch zu sprechen.

Je nach Art, kann ein Chamäleon eine Gesamtlänge von 3cm-80cm erreichen. Die wohl kleinste Art ist das Brookesia micra Chamäleon mit ca. 3cm. Die beiden größten Arten sind das Riesenchamäleon (60cm-70cm) und das Parsons Chamäleon (50cm-70cm).

Fast jedes Kind kennt das Chamäleon aufgrund seiner faszinierenden Eigenschaften und Merkmale. Die bekannteste Fähigkeit ist, dass das Chamäleon seine Farbe wechseln kann, was auch als Mimese bezeichnet wird. Damit passt sich das Chamäleon seiner Umgebung farblich an und schützt sich so vor möglichen Fressfeinden.

Die markanten Greifhände und die lange klebrige Zunge gehören ebenfalls dazu. Sehr auffällig und faszinierend sind auch die Augen des Chamäleons. Diese kann das Reptil unabhängig voneinander bewegen und so gleichzeitig in verschiedene Richtungen schauen.

Besonders interessant ist auch der Gang eines Chamäleons. Die Tiere gehen Schritt für Schritt in einem Schaukelgang vorwärts. Somit empfinden sie das Blätterspiel in den Bäumen nach und passen sich noch besser an ihre Umgebung an. Zudem nehmen Sie durch diese Gangart einzelne Bilder mit jedem Auge wahr, die sie im Gehirn zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Je nach Art des Chamäleons, können die Tiere ein ganz unterschiedliches Alter erreichen. Manche Chamäleon-Arten können bis über 15 Jahre alt werden, wohingegen Furcifer labordi nur ca. 5 Monate alt wird. Auf das Alter der beliebtesten Chamäleon-Arten fürs Terrarium gehe ich im nächsten Abschnitt noch genauer ein.

Wenn Sie ein Chamäleon zu Hause halten möchten, dann müssen Sie das Tier melden und sich eine Genehmigung einholen. Dabei müssen Sie nachweisen, dass eine artgerechte Haltung stattfindet und Sie ausreichend Expertise auf dem Gebiet der Chamäleon-Haltung besitzen. Es gibt aber einige Arten, die auch von Anfängern verhältnismäßig leicht gehalten werden können. Diese Regelungen müssen auf Grund des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens berücksichtigt und überprüft werden. Daneben gibt es allerdings noch weitere gesetzliche Verpflichtungen, auf die ich in meinem Haltungsbericht noch genau zu sprechen komme.

Ich habe ein tolles Video gefunden, dass alle wichtigen Informationen in einem Interview aufbereitet hat. Das Video möchte ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

 

 

Beliebte Chamäleon-Arten

Insgesamt gibt es 160 verschiedene Chamäleon-Arten, die sich auf die Unterfamilien der „Echten Chamäleons“ und der Stummelschwanzchamäleons verteilen.

  • Das Chamäleon Calumma globifer erreicht eine Gesamtlänge von 56cm. Die Weibchen haben eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von 14,5cm und die Männchen 17cm. Die Schwanzlänge beträgt 31cm bei den Weibchen und bis zu 39cm bei den Männchen. Besonders auffällig bei dieser Chamäleon-Art ist der flache und nach hinten zeigende Helm der Tiere. Außerdem ist ein Kehl- und Bauchkamm nicht vorhanden. Calumna globifer kann verschiedene Braun-, Gelb-, Grau- und Grüntöne annehmen.
  • Das Parsons Chamäleon (Calumna parsonii) gehört, wie oben bereits erwähnt, mit zu den größten Chamäleon-Arten mit einer Gesamtlänge von bis zu 70cm. Es gibt zwei Unterarten vom Parson Chamäleon, das Calumma parsonii parsonii und das Calumma parsonii cristifer. Lesteres erreicht allerdings „nur“ eine Gesamtlänge von ca. 47cm. Calumma parsonii parsonii kann ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Das Parsons Chamäleon gibt es in verschiedenen Farbausprägungen: Orange Eye, Yellow Lip, Yellow Giant, Green Giant
  • Das Dreihornchamäleon (Chamaeleo Jacksonii) kann bis zu 35cm groß werden. Es gibt insgesamt 3 Unterarten, die zwischen 6-9 Jahre alt werden und sich auch in der Größe unterscheiden. Besonders auffällig an diesem Chamäleon sind die 3 Hörner auf dem Kopf des Tieres. Dreihornchamäleons bringen ihre Jungtiere lebend zur Welt, und nicht in Eiern wie die meisten anderen Reptilien.
  • Das Raue Bergchamäleon (Chamaeleo rudis) kann bis zu 20cm groß werden. Die Tiere erreichen ein Alter von 3-5 Jahren. Auffällig bei dieser Art ist der kleine und flache Helm sowie der flache Rückenkamm. Die Färbung der Tiere reicht von Braun-und Gelbtönen bis hin zu hellen kräftigen Grüntönen.
  • Das Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti) gehört, wie der Name schon vermuten lässt, mit zu den größten Chamäleon-Arten. Es kann eine Gesamtlänge von 70cm erreichen. Dieses Chamäleon wird bis zu 15 Jahre alt. Männchen nutzen hauptsächlich Grau- und Brauntöne zur Tarnung. Die Weibchen haben hingegen ein größere Farbspektrum mit verschiedenen Grüntönen.
  • Das Helmchamäleon (Chamaeleo hoehnelii) erreicht eine Gesamtlänge von 25cm (Weibchen 20cm) und hat eine Lebenserwartung von bis zu 5 Jahren. Der Helm dieses Chamäleons ist stark ausgeprägt, vor allem bei den Männchen. Sehr auffällig bei dieser Art ist ebenfalls der Rückenkamm, der mit zahlreichen Stacheln besetzt ist. Die Farbgebung besteht meist aus Braun, Grün und z.T. einer rötlichen Färbung.
  • Das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) ist bis zu 60cm groß und wird ca. 7 Jahre alt. Diese Art hat einen sehr großen und ausgeprägten Helm (bis 8cm). Auffällig bei den Männchen ist der typische Sporn an den Fersen des Hinterbeine. Die verschiedenen Farbtöne sind sehr vielfältig und meist weiß, schwarz, braun, grün, blau, gelb und orange. Die Farbintensität und der Farbton variieren dabei und gehend zum Teil fließend ineinander über. Besonders bei Jemenchamäleons ist das Farbspektrum sehr groß und beeindruckend.
  • Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) wird bis zu 55cm groß und 7 Jahre alt. Auffällig bei dieser Art ist der Helm, der mit dem Rückenkamm verbunden ist. Der Rückenkamm ist gespickt mit vielen Stacheln. Je nach regionaler Herkunft weisen die Tiere unterschiedliche Farbzeichnungen auf. Diese reichen von Grau, Gelb, Rosa, Lila und Rot bis zu hellen Blau- und Grüntönen. Persönlich finde ich die Farbzeichnungen der Pantherchamäleons mit am schönsten.
  • Rieppeleon brevicaudatus ist ein Stummelschwanzchamäleon und wird nur 9cm groß, wovon etwa 1,8cm auf den Schwanz fallen. Die Körperform erinnert stark an ein Blatt. Auffällig ist der verhältnismäßig kurze Schwanz. Die Fähigkeit die Farbe zu wechseln ist bei dieser Art etwas eingeschränkt. Die Farbvariationen reichen von  Gelb, Braun, Schwarz und Grau bis zu einem schwachen Grün.
  • Das Warzenchamäleon (Furcifer verrucosus) wird bis zu 60cm lang (Weibchen nur 35cm) und erreicht ein stolzes Alter von über 10 Jahren. Die Tiere haben einen ausgeprägten Helm und Rückenkamm, letzterer hat viele Stacheln. Die Farbgebung reicht von Türkis, Rot, Grün bis hin zu Gelb und Blau.

Herkunft der beliebtesten Chamäleon-Arten

Chamäleons sind je nach Art in ganz verschiedenen Lebensräumen anzutreffen. Die „Echten Chamäleons“ bewohnen primär die Baumkronen in wärmeren Regionen (meist Berg- und Regenwälder). Die Stummelschwanzchamäleons hingegen sind überwiegend am Boden lebende Tiere. Chamäleons leben, angefangen bei Wüstenoasen bis hin zu hohen Bergregionen, in einer Vielzahl von unterschiedlichen Lebensräumen. Der Großteil (ca. 40%) der Chamäleon-Arten ist übrigens in Madagaskar zu finden.

Im folgende gebe ich einen kurzen Einblick in die Lebensräume und die Herkunft der oben beschrieben Arten.

 

Verbreitungsgebiet von Chamäleons allgemein, dem Jemenchamäleon, dem Pantherchamäleon, dem Parsons Chamäleon, Rieppeleon brevicaudatus, dem Rauen Bergchamäleon und Calumna globifer

 

  • Das Chamäleon Calumma globifer lebt in den östlichen Regenwäldern von Madagaskar. Das Verbreitungsgebiet ist nur sehr klein und liegt 700-1300m über NN.
  • Die beiden Unterarten des Parsons Chamäleon (Calumna parsonii) findet man überwiegend in den nördlichen und östlichen Teilen Madagaskars. Dort leben die Tiere im tropischen Regenwald und sind ab einer Baumhöhe von etwa 5m anzutreffen.
  • Das Dreihornchamäleon (Chamaeleo Jacksonii) lebt in den Bergregenwäldern von Ostafrika (Uganda, Kenia, Tansania) in Höhen von 1500-2200 Metern über NN.
  • Das Raue Bergchamäleon (Chamaeleo rudis) lebt in den Wald-, Busch- und Graslandschaften der Bergregionen zwischen Uganda, dem Kongo, Runanda und Burundi. Diese Landschaft ist geprägt durch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Das Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti) lebt in den Wäldern und Savannen von Madagaskar.
  • Das Helmchamäleon (Chamaeleo hoehnelii) lebt in den Bergen (1200-3000m) von Kenia und Uganda und ist dort über ein großes Gebiet verteilt. Die Tiere leben hauptsächlich in Büschen und Sträuchern.
  • Das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) lebt nahe der südwestlichen Küste der arabischen Halbinsel. Der Lebensraum der Tiere ist sehr unterschiedlich und reicht von trockenen Hochebenen bis zu blühenden tropischen Gebieten.
  • Das Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) ist in den nördlichen und nordöstlichen Gebieten von Madagaskar beheimatet. Die Tiere leben bevorzugt in der Nähe von Küsten, in Büschen und auf Bäumen.
  • Rieppeleon brevicaudatus lebt ausschließlich im Osten von Tansania und im südlichen Kenia. Dort bewohnen die Tiere die Bodenschicht der tropischen Regenwäldern in einer Höhenlage von 300-900 über NN. Nur sehr selten ist dieses Chamäleon in Bäumen anzutreffen. Geprägt ist die Landschaft durch ein warmes Klima mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit.
  • Das Warzenchamäleon (Furcifer verrucosus) ist auf ganz Madagaskar zu finden. Je nach Region sind die Temperaturen im Sommer und Winter etwas unterschiedlich.

Der Lebensraum der meisten Chamäleon-Arten ist bedroht. Durch Rodung und Abholzung schrumpfen die Regenwälder und somit auch die Rückzugsgebiete der Chamäleons. Aus diesem Grund stehen die Tiere unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens.

Verhaltensweisen von Chamäleons

Ein grünes Dreihornchamäleon beim ZungenschussEin Chamäleon wächst sein ganzes Leben lang und muss sich daher regelmäßig häuten. Die Häutung unterstützt das Chamäleon selbst, indem es sich an Ästen reibt und die Hautreste mit den Füßen abstreift. Für eine erfolgreiche und leichte Häutung müssen Luftfeuchtigkeit und Temperatur optimal sein.

Das Chamäleon ist zwar selbst zwar ein Prädator, kann sich allerdings vor Fressfeinden nur passiv zur Wehr setzen. Sie nutzen Drohgebärden (z.B. aufgerissener Mund), nutzen Mimese (Tarnung durch Farbanpassung) oder stellen sich tot (Thanotose). Chamäleons fressen selbst Insekten. Manche Arten ergänzen ihr Futter zusätzlich mit Früchten.

Chamäleons sind i.d.R. Einzelgänger und leben nicht in Gruppen zusammen. Daher sollte ein Chamäleon am besten allein gehalten werden. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. So lassen sich unter anderem folgende Chamäleon-Arten als Pärchen halten:

  • Usambara Zwergchamäleon
  • Thiel’s Erdchamäleon
  • Tanzania Zwergchamäleon
  • Stachelerdchamäleon
  • Natal-Zwergchamäleon
  • Kamerun Zwergchamäleon
  • Erdchamäleon
  • Böhme’s Zweihornchamäleon
  • Augenzipfel-Stummelschwanz-Chamäleon

(Quelle: Tiersteckbriefe zu Chamäleons auf www.luckyreptile.com)

Fazit

Chamäleons sind unheimlich interessante und faszinierende Tiere. Durch die Mimese, die besonderen Augen und den außergewöhnlichen Wiegegang sind Chamäleons wunderbar zu beobachten. Es wird also nie langweilig mit diesen Tieren. Dazu trägt auch das Jagdverhalten der Tiere bei, wobei Sie ihre Beute mit einem Zungenschuss fangen.

Leider sind Chamäleons eine bedrohte Tierart und ihr Lebensraum schrumpft zunehmend. Dafür ist in erster Linie der Mensch verantwortlich, der immer mehr in den Lebensbereich des Chamäleons vordringt. Die Rodung der tropischen Regenwälder macht die Situation der Tiere nicht gerade besser.

Daher ist es nur verständlich, dass das Chamäleon unter Artenschutz steht und für die Haltung im Terrarium eine artgerechte Pflege gewährleistet sein muss. Auch wenn Sie für die Haltung eines Chamäleons einiges an Wissen benötigen, sollte Sie das nicht abschrecken. Es gibt einige Arten, mit denen auch Anfänger gut zurecht kommen. In meinem Artikeln über die Chamäleon-Haltung können Sie sich das notwendige Grundwissen zu Chamäleons aneignen. Damit haben Sie eine optimale Ausgangsbasis für die zukünftige Haltung ihres eigenen Tiers.

Bildquellen:

 

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