Schildkröten – entweder findet man sie langweilig oder faszinierend. Wenn du darüber nachdenkst, ein Schildkröten Terrarium einzurichten, solltest du dich sorgfältig informieren, welche Schildkrötenarten überhaupt für die Innenhaltung geeignet sind und welche Bedingungen die Terrarienbewohner benötigen. Nachfolgend habe ich dir ein paar Basisinformationen zur Einrichtung des Schildkrötenheims zusammengestellt.

 

Wie groß muss das Schildkröten Terrarium sein?

Schildkröten Terrarium
Schildkröten in Gefangenschaft haben eine Lebenserwartung von 25 bis 50 Jahre. Die gepanzerten Tiere wachsen ein Leben lang. Es ist daher erforderlich, das Schildkrötenheim alle paar Jahre auf die aktuellen Bedürfnisse des Tieres anzupassen. Die benötigte Größe des Terrariums hängt von den Körpermaßen der Schildkröte ab und variiert je nach Schildkrötenart. Möchtest du mehrere Schildkröten in einem Becken halten, gelten die Körpermaße des größten Tieres für die nachfolgende Berechnung. Ist eine Gruppenhaltung geplant, sollte für jedes weitere Tier die Größe des Terrariums um mindestens 10 % bis 20 % vergrößert werden. Es gilt: Je größer das Schildkrötenbecken, desto besser für die Tiere.

Für mehrere Schildkrötenarten gibt das ‘Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien’ ‘Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien’ (aktueller Stand aus 1997) diese Berechnungsformel für Deutschland heraus:

  • Breite: 5 x Panzerlänge
  • Tiefe: 2,5 x Panzerlänge
  • Wasserstand: 2 x Panzerbreite

Hinweis: Beachte jedoch, dass es Schildkrötenarten gibt, die ein deutlich größeres Becken bzw. Außengehege benötigen.

In Österreich sieht die Tierhaltungsverordnung weitaus mehr Platz für die Panzertiere vor. Der österreichischer Gesetzgeber fordert beispielsweise für die Rotwangen-Schmuckschildkröte abhängig von der Körpergröße wie folgt:

  • bis 10 cm 300 l, Landteil 0,05 m², zusätzliche Schildkröten jeweils + 100 l
  • 10-15 cm 500 l, Landteil 0,1 m², zusätzliche Tiere jeweils +150 l
  • 15-20 cm 750 l, Landteil 0,2 m², für jedes zusätzliche Tier + 250 l
  • über 20 cm 100 l, Landteil 0,3 m², pro weitere Schildkröte + 350 l

Ebenfalls muss der Wasserbereich vergrößert werden, wenn mehr als ein oder 2 Schildkröten das Terrarium bewohnen.

Da es in jedem Land andere gesetzliche Bestimmungen und für jede Schildkrötenart individuelle Haltungsparameter zu berücksichtigen gibt, informiere dich gründlich vorab, um für deine Tiere optimale Haltungsbedingungen sicherzustellen.

Welche Einrichtung benötigt das Schildkröten Terrarium?

Zunächst steht die Frage voran, ob sich ein Glasterrarium (bzw. Terrarium aus Plexiglas) oder ein Holzterrarium besser eignet. Ein Becken aus Glas oder Plexiglas ist besser dicht zu bekommen, wenn ein Aqua-Bereich integriert werden soll. Jedoch sind große Glasbecken deutlich teurer in der Anschaffung und wiegen auch wesentlich mehr, so dass ab einer gewissen Terrariumgröße ein Holzbecken (z. B. OSB Terrarium) die bessere Wahl ist. Der Wasserbereich des Beckens kann dann beispielsweise durch eine Teichschale oder mit Schwimmbadfolie angelegt werden. Unabhängig davon sollte das Schildkröten Terrarium oben offen sein, damit ein guter Luftaustausch gewährleistet ist.

Sowohl für Wasserschildkröten wie auch für Landschildkröten muss das Schildkröten Terrarium in Wasserbereiche und Landbereiche aufgeteilt werden. Bei Landschildkröten genügt es, kleinere Wasserschalen * aufzustellen, in denen die Tiere baden können. Für Wasserschildkröten wird ein Aqua-Terrarium benötigt, das hauptsächlich aus einem großen Wasserbereich zum Schwimmen besteht. Aber auch ein Landteil wird gebraucht, an dem die Schildkröten sich ausruhen und sonnen können. Die gepanzerten Reptilen benötigen zudem Versteckmöglichkeiten sowie einen Unterschlupf (z. B. Wurzeln *, Korkhöhlen *); für Landschildkröten sollten verschiedene Untergründe und ein grabfähiger Bereich zur Verfügung stehen.

Als Bodengrund eignet sich beispielsweise herkömmliche Gartenerde oder Maulwurferde. Die Erde kann mit Schildkrötensubstrat *, Kokosfasersubstrat * sowie Sand (Sand-Erde-Gemisch) oder Rindenhumus * zum Auflockern gemischt werden.

Um das Schildkröten Terrarium optisch ansprechend zu gestalten, kannst du Kies, Steine, Moos und ungiftige Pflanzen wie z.B. Kriechendes Schönpolster * verwenden. Mit Ästen, Baumstämmen und Wurzeln lassen sich Verstecke sowie Sonnenplätze gestalten. Futterschale und Trinkschale sollten ebenfalls bei der Terrarienausstattung nicht fehlen.

Licht, Wärme und UV in der Schildkrötenhaltung

Ein wesentlicher Punkt bei der Terrariumeinrichtung für Schildkröten ist die Beleuchtung. Da Schildkröten wechselwarme Tiere sind, helles Licht lieben und UVB-Strahlung brauchen, muss das Schildkröten Terrarium durch Wärmespots auf optimale Temperatur gebracht und für trockene Sonnenplätze gesorgt werden. Die Sonnenplätze werden mit UVB-Licht ausgeleuchtet, welches unter anderem für die Vitamin D3 Bildung erforderlich ist. Hierfür eignen sich Halogenmetalldampflampen * sowie Leuchtstoffröhren * mit UV-Anteil. Wichtig ist, dass die Wärme stets von oben kommt, da dies der natürlichen Beleuchtung am nächsten kommt.